Die weiche Eiche

Es war mal eine Eiche,
Eine harte, keine weiche,
Hatte Sommers viele Bätter,
Winters gibt’s dafür kein Wetter!

Die Eiche war schon alt,
Stand alleine, nicht im Wald.
Nein, stand mitten auf’m Acker,
Hielt sich, trotz des Alters, wacker.

Sie hatte einen in der Krone,
Einen Vogel, der da bei ihr wohne.
Da nahm der Vogel sich ein Vögelein,
Die Eiche fand das sehr gemein.

Sie stand allein in weiter Flur
Und hatte diesen Vogel nur.
Der hat bisher umsonst gewohnt,
Hat sich für sie wohl nicht gelohnt.

Jetzt sinnt sie über Rache nach,
Will diesem Vogel Ungemach.
Der hat sie doch belogen,
Die ganze Zeit betrogen.

Behauptet, dass er Single sei,
Und nur noch für die Eiche frei.
Da kommt ein buntes Vögelein
Und der Baum ist wieder mal allein!

„Das wirst Du mir jetzt büßen“,
Schüttelt, ohne ihn zu grüßen,
Den Vogel aus dem Baum hinaus,
Und so geht die Geschichte aus!

Nun ist die Eiche wieder frei,
Grämt sich ein bisschen, einerlei,
„Ich werd‘ ein bisschen warten,
Es gibt so viele Vogelarten.“

Die Geschichte fängt von vorne an,
Denn die Eiche denkt so dann und wann,
„Ich hätt so gern in meiner Krone,
Einen bunten Vogel, der da wohne!“

Und da seh’n wir unsere Eiche,
Sie ist nicht hart, sie ist ’ne weiche.
Denn drinnen fühlt sich’s anders an,
Als man von draußen sehen kann.

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