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Continuum

Der Finger kreist über die Tastatur, aber der Kopf kann den Gedanken nicht vollenden. Die gerade gefundene Antwort gebiert neue Fragen, die die jetzige Antwort noch mehr relativieren. Werden die Synapsen noch analog betätigt? Wo ist die Sicherheitslücke im konstruktiven Chaos des Denkens, die meine unfertigen Ideen leakt? Was reden wir, ich und ich, hier miteinander? Warum will mein ich-ich meinem du-ich die Zweifel nehmen? Zweifel ist der Schlüssel zur Freiheit aus dem Käfig des Wissens. Mein ich-ich kann mein du-ich nicht gefangen nehmen, aber mein du-ich kann mein ich-ich entführen in die Welt der immerwährenden Fragen um gemeinsam Antworten zu finden als Humus neuer Fragen.

Salonlinke Kaviarsozialisten 

Da tauschen sie sich aus in ihrer pseudointellektuellen Besserwisserei. Klopfen sich gegenseitig auf die Schulter und belächeln von oben herab ein aus ihrer Sicht ach so einfältiges Politikervölkchen. Was könnte es diesem Land doch gut gehen, wenn all diese ach so klugen Sesselpupser sich einmal wieder engagieren würden. Aber dann wäre man ja Teil des Systems, oder? Mein Gott, das seid ihr doch sowieso, wenn ihr hier lebt und mit euren Ärschen in die hochsubventionierten Sessel der Kulturtempel furzt.

Demokratie heißt, raus auf die Plätze und nicht nachlegen von Holz am Kaminfeuer.

Schreibt wieder lauter

Schreibt so laut ihr könnt und lasst das Flüstern sein,
Ihr Klugen seid so still geworden hier in diesem Land.
Ich will Euch wieder hören, lasst Eure wieder Worte schrei’n,
Mischt Euch hart ein und nicht so weich wie Samt.

Raus mit Euch aus warmen Stuben und Salons,
Raus mit Euch aus Talk-Shows besserwisserischer Dummheit,
Raus mit Euch aus den aufgeblasenen Banalballons,
Raus mit Euch aus selbstgwählter fauler Stummheit!

Geht wieder raus auf die Straßen und die Plätze,
Geht wieder raus mit Euren Gedanken und Ideen,
Geht wieder raus, stellt viel mehr unbequeme Fragesätze
Und lasst die, die Euch gebrauchen, nicht im Regen steh’n.

Von mir aus schreibt allein im stillen Kämmerlein,
Doch Eure Sätze müssen raus und wieder knallen.
Es ist nicht mehr die Zeit für kleine Schwärmerein,
Stellt Fragen, gebt Antworten und lasst sie widerhallen!

© Bernd Thye 2017

Also tu es…

Du denkst, du darfst das nicht denken – tu es einfach…
Du denkst, du darfst das nicht sagen – tu es einfach…
Du denkst, du darfst das nicht sehen – schau es dir an…
Du denkst, du darfst das nicht hören – hör ganz genau hin…
Du denkst, du darfst das nicht fühlen – mach dein Herz auf…

Du darfst denken und sagen, sehen und malen,
hören und singen, fühlen und lieben…

Du darfst, also tu es…

Aber hassen darfst Du nicht!

©copyright by Bernd U. Thye, 2017

Aufgeklärt?

Wieso halten sich Ungläubige und Atheisten eigentlich für aufgeklärt? Aufklärung erfährt man doch, aber von wem?
Welche Arroganz, seinen Unglauben für Wissen zu halten. Die „Religion“ besserwisserischer Ungläubiger und Atheisten unterscheidet sich in puncto Überheblichkeit und Dogmatismus in keinster Weise von der orthodoxer Glaubensgemeinschaften.
Wer nicht glaubt, hat keine Hoffnung und Hoffnung hat jeder Mensch, wenn auch nur ganz klein und tief in sich drin. Das zumindest glaube ich – wissen kann ich’s ja nicht!
Wer allerdings glaubt, Gewalt anwenden zu dürfen, damit seine Hoffnung war werde, befindet sich auf genau dem Holzweg, der nicht in den siebten Himmel führt; eventuell führt der Weg eine Weile über erhöhte Börsenkurse und Gewinne, enden wird er in einer Hoffnungslosigkeit, aus der nur die Hoffnung hinausführt.

Von hier aus darf jeder ein bisschen weiter denken oder weiterdenken – mit und ohne Lücke -, hoffentlich…

Meine Zeit sind die Tage

Meine Zeit sind die Tage

Meine Zeit sind die Tage, und sie sind immer zu kurz.
Viel zu kurz, die Wege zu laufen, deren Ende ich kennen möchte.
Viel zu kurz, all die Lieder zu hören, die mir so viel bedeuten.
Viel zu kurz, all die Bilder in der Galerie meiner Gedanken zu
betrachten.
Viel zu kurz, all meine Gedanken zu sortieren und zu ordnen.
Viel zu kurz, den Geschichten zu lauschen, die der Wind mir erzählt.
Viel zu kurz, um an das Ziel meines Sehens zu gelangen.
Viel zu kurz, um die Quelle meiner Seelenstürme zu entdecken.
Viel zu kurz, um alle meine Poren zu öffnen für Dich und Euch.
Viel zu kurz, die Lippen zu küssen wie sie geküsst werden wollen.
Viel zu kurz, die Haut zu streicheln bis sie genug davon hat.
Viel zu kurz, dem Regen zu lauschen, der mir die Seele wäscht.

Viel zu kurz, ja, viel zu kurz, viel zu kurz…
Meine Zeit sind die Tage – und die Nächte.

Gedanken

Gedanken

Kommen angerast wie Schnellzüge, ohne Pause, ohne Unterlass,
Rasen vorbei, unfassbar und nicht zu fassen in der Ferne entschwunden,
Um sich dort in den Strudel der Nichtwiederkehr hinabzustürzen.
Fragmente erscheinen von Zeit zu Zeit
Den Weg an die Quelle zurückzufinden
Um erneut mit Lichtgeschwindigkeit ins Nichts geschleudert zu werden.

Aber einigen gelingt an den Weichen
Das Abweichen zu den Sternen
Der Zuversicht, der Neugier, der Nachsicht und der Liebe,
Um zu verharren im Zeitraum der Sekunden, Minuten, Stunden
Der Tage, Wochen, Monate und Jahre
Als Teil des immer währenden Kontinuums.

Wenn’s Jahr zu Ende geht

Wenn’s Jahr zu Ende geht

Winter wird’s und auch noch immer früher dunkel,
Der Himmel ist nicht klar, also gibt es auch kein Sterngefunkel.
In Fenstern hier und da ein Lämpchen oder auch ein Kerzenschein, Doch in der Seele, da ist schon lang kein Feuer mehr? – Allein?

Wie viele Menschen sind allein inmitten vieler Menschen?
Auch wenn sie reden, hat die Einsamkeit der Seele keine Grenzen, Diese Seelen kann man nicht verstehen mit Verstand,
Sie sind sich manchmal selbst verloren, ganz andrem zugewandt.

Sie spür’n des Winters feuchte Kälte ja gar nicht auf der Haut,
Doch sehnen sich nach Wärme, die sie von innen wieder taut.
Denn drinnen geht’s darum, gefühlt zu werden und nicht um Verstand,
Doch wie soll’n Gefühle noch Gefühle treffen bei dieser dicken Wand?

Es ist das alte Spiel

Es ist das alte Spiel

Ich sehe was, was Du nicht siehst…

Runde Ecken mit spitzen Winkeln im Kreis von 160 Grad.
Quadratische Kreise tanzen im dampfgefüllten Vakuum
In ekstatischer Zeitlupe zur Flöte des Teekessels!
Der Amboss dröhnt vom harten Schlag des Feuers
Während die zündelnden Flammen des Hammer Funken sprühen.

…denn dort hinter dem trüben Fenster
lauert in der grauen Dunkelheit
die bunte Tiefe meiner Fantasie!