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Neue Bücher

 


VK-Titel_FB etcVK-Titel_FB etc VK-Titel_FB etcWir sollen aufsteh’n
fordert Bernd Thye in seinem neusten Buch. Aufsteh’n, um was zu tun? Um aktiv zu werden, zu rebellieren, zu helfen, beizustehen, zu begleiten, nachdenklich, sportlich, fröhlich zu werden?

Die Antworten muss der Leser selbst finden, Gedankenanstöße gibt der Autor genügend. „Denk mal drüber nach“ fordert er uns immer wieder auf. Es geht um Gefühle, Sehnsüchte, Begegnungen, Liebe, Trauer, Freuden. Es geht also um alles, was das Leben eines jeden Menschen spannend und gelegentlich schwierig macht.

Da ist für jeden etwas dabei, es lohnt sich, das Buch von Bernd Thye zu lesen! Aber dafür sollte man sich doch besser wieder hinsetzen!

Ulrike Horstmann

Begegnung

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Er könnte irgendwann Dein Nachbar sein,
Sie könnte Dich irgendwann mal pflegen müssen,
Es könnte mit Lächeln auch Dein Herz erfreu’n,
All das kann man niemals vorher wissen!

Na ja, er kommt Dir schon ein bisschen anders vor,
Das sagt Dir nicht der Kopf, das sagt Dein Bauch.
Aber hör mal zu, ich sage Dir mal was ins Ohr,
Genauso geht es Deinem Gegenüber aber auch!

Sie sieht auch nicht aus, wie Du die Frauen kennst,
Das macht Dir schon ein komisches Gefühl.
Aber glaub mir, sie ist ganz sicher kein Gespenst,
Reiß Dich zusammen, sei nicht unfreundlich und kühl!

Der Kleine, der macht Dir am wenigsten zu schaffen,
Wer Kinder mag, der mag sie hier und überall,
Doch auch der aller dümmste sollte endlich raffen,
Kinder brauchen Zuflucht und nicht ‘nen bunten Ball!

Es sind, weiß Gott, nicht alle gut, die nun zu uns kommen,
Doch auf Vertrauen hat ein jeder auch ein Recht.
Drum, begegne jedem Fremden zuerst sehr besonnen,
Vielleicht wird er Dein Freund, auf keinen Fall Dein Knecht!

Gute alte Zeiten?

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Nein, es klappert keine Mühle mehr,
Der Bach rauscht nicht, ist längst ja schon begradigt!
Es bringt auch niemand Korn mehr her,
Der Müller ist seit Jahren schon begnadigt!

Man träumt schon mal den Zeiten nach,
Als man in dieser Zeit die Zeit noch hatte für die Zeit,
In der man noch ganz and’res tat mit viel Gemach,
Mit Ruhe, mit Bedacht und nicht zuletzt Gemütlichkeit!

Doch, man muss sich leider eingesteh’n, dass die Träume,
Zum großen Teil wohl auch gebären, was es gar nicht gab,
Auch damals wuchsen in den Himmel keine Bäume,
Und Kampf und Leid und Sorgen war’n Begleitung bis zum Grab!

Das Blatt ohne Laub

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Ein großes grünes Lindenblatt,
 war’s höchste auf dem Baum,
Schaut‘ auf die andern nur hinab,
’s gab ja nichts, um aufzuschau’n.

Denn Sonne, Himmel, Mond und Sterne
Empfand es nicht als über sich,
Nach oben schaut man nicht so gerne
Nach unten spürt’s der Nacken nicht!

Doch kürzer wird der Sonne Schein,
’s wird kälter in des Herbstes Tagen
Da fühlt das stolze Blatt: „Ich bin allein!“
“Sprecht doch mit mir, ich will was fragen!“

„Die Frage ist nicht, was willst Du!“,
Ruft von unten da der Blätter Chor,
„Niemand hört Dir jetzt mehr zu!“ 
Von der Spitze geht’s nicht mehr empor!

Kraftlos wird das Spitzen-Blatt,
Es kann sich nicht mehr halten.
Es flattert von dem Baum hinab,
Der Herbst lässt seine Kräfte walten.

Es liegt ganz unten nun im Dreck,
Schaut zu denen auf, die vorher drunter hingen.
Die wärmen sich, das ist der Zweck,
Und schützen sich vor starken Winden.

Nach und nach wird’s unten voll,
Für das große Blatt sind alle taub.
Man weiß nicht, was man mit ihm reden soll,
Denn sie war’n kein Blatt, sie war’n ja Laub!

Wenn Dein Platz mal an der Spitze ist, Denn einer muss auch dort ja sein,
Ist entscheidend, dass man nicht vergisst:
 Ohne die da unter Dir bist nun mal Du komplett allein!

Lasst uns wieder aufsteh’n!

Che Guevara

Was haben wir geredet und nächtelang gestritten,
Wir träumten damals von ’ner andren Welt.
Von einer einz’gen und nicht ’ner zweiten oder dritten,
Von einer, die friedlich ist und die zusammen hält.

Was ist aus dieser Erde und unsern Träumen nur geworden?
Unsre heile Welt ist heute weiter weg als wir damals je gedacht,
Überall nur Flucht und Leid und Elend gar bis hin zum Morden,
Verdammt noch mal, dafür ist diese uns’re Erde nicht gemacht!

Lasst uns wieder aufsteh’n und noch mal auf die Straßen ziehn,
Lasst uns noch mal zeigen, wir machen das nicht mit!
Lasst uns wieder solidarisch sein, nicht ins Private flieh’n,
Lasst uns noch mal zeigen, uns’re Herzen, uns’re Köpfe sind noch fit!

Wir haben uns einlullen lassen, wir achtunsechz’ger Generation,
Unsern Kindern nicht mehr vorgelebt, wie man doch brennen muss.
Aus falschen Zielen und Bequemlichkeit entsteht nur Resignation,
Mit dicken Bäuchen denkt man nicht, erst recht nicht bis zum Schluss!

Das Blatt ohne Laub

Ein großes grünes Lindenblatt,
War’s höchste auf dem Baum,
Schaut‘ auf die andern nur hinab,
’s gab ja nichts, um aufzuschau’n.

Denn Sonne, Himmel, Mond und Sterne
Empfand es nicht als über sich,
Nach oben schaut man nicht so gerne
Nach unten spürt’s der Nacken nicht!

Doch kürzer wird der Sonne Schein,
’s wird kälter in des Herbstes Tagen
Da fühlt das stolze Blatt: „Ich bin allein!“
„Sprecht doch mit mir, ich will was fragen!“

„Die Frage ist nicht, was willst Du!“,
Ruft von unten da der Blätter Chor,
„Niemand hört Dir jetzt mehr zu!“
Von der Spitze geht’s nicht mehr empor!

Kraftlos wird das Spitzen-Blatt,
Es kann sich nicht mehr halten.
Es flattert von dem Baum hinab,
Der Herbst lässt seine Kräfte walten.

Es liegt ganz unten nun im Dreck,
Schaut zu denen auf, die vorher drunter hingen.
Die wärmen sich, das ist der Zweck,
Und schützen sich vor starken Winden.

Nach und nach wird’s unten voll,
Für‘s große Blatt sind alle taub.
Keiner weiß, was man mit ihm noch reden soll,
Denn sie war’n kein Blatt, sie war’n ja Laub!

Wenn Dein Platz mal an der Spitze ist,
Denn einer muss auch dort ja sein,
Ist entscheidend, dass Du nicht vergisst,
Ohn‘ die da unter Dir bist auch Du komplett allein!

Die weiche Eiche

Es war mal eine Eiche,
Eine harte, keine weiche,
Hatte Sommers viele Bätter,
Winters gibt’s dafür kein Wetter!

Die Eiche war schon alt,
Stand alleine, nicht im Wald.
Nein, stand mitten auf’m Acker,
Hielt sich, trotz des Alters, wacker.

Sie hatte einen in der Krone,
Einen Vogel, der da bei ihr wohne.
Da nahm der Vogel sich ein Vögelein,
Die Eiche fand das sehr gemein.

Sie stand allein in weiter Flur
Und hatte diesen Vogel nur.
Der hat bisher umsonst gewohnt,
Hat sich für sie wohl nicht gelohnt.

Jetzt sinnt sie über Rache nach,
Will diesem Vogel Ungemach.
Der hat sie doch belogen,
Die ganze Zeit betrogen.

Behauptet, dass er Single sei,
Und nur noch für die Eiche frei.
Da kommt ein buntes Vögelein
Und der Baum ist wieder mal allein!

„Das wirst Du mir jetzt büßen“,
Schüttelt, ohne ihn zu grüßen,
Den Vogel aus dem Baum hinaus,
Und so geht die Geschichte aus!

Nun ist die Eiche wieder frei,
Grämt sich ein bisschen, einerlei,
„Ich werd‘ ein bisschen warten,
Es gibt so viele Vogelarten.“

Die Geschichte fängt von vorne an,
Denn die Eiche denkt so dann und wann,
„Ich hätt so gern in meiner Krone,
Einen bunten Vogel, der da wohne!“

Und da seh’n wir unsere Eiche,
Sie ist nicht hart, sie ist ’ne weiche.
Denn drinnen fühlt sich’s anders an,
Als man von draußen sehen kann.