Archiv der Kategorie: Gereimtes

Gedanken

Gedanken

Kommen angerast wie Schnellzüge, ohne Pause, ohne Unterlass,
Rasen vorbei, unfassbar und nicht zu fassen in der Ferne entschwunden,
Um sich dort in den Strudel der Nichtwiederkehr hinabzustürzen.
Fragmente erscheinen von Zeit zu Zeit
Den Weg an die Quelle zurückzufinden
Um erneut mit Lichtgeschwindigkeit ins Nichts geschleudert zu werden.

Aber einigen gelingt an den Weichen
Das Abweichen zu den Sternen
Der Zuversicht, der Neugier, der Nachsicht und der Liebe,
Um zu verharren im Zeitraum der Sekunden, Minuten, Stunden
Der Tage, Wochen, Monate und Jahre
Als Teil des immer währenden Kontinuums.

Es ist das alte Spiel

Es ist das alte Spiel

Ich sehe was, was Du nicht siehst…

Runde Ecken mit spitzen Winkeln im Kreis von 160 Grad.
Quadratische Kreise tanzen im dampfgefüllten Vakuum
In ekstatischer Zeitlupe zur Flöte des Teekessels!
Der Amboss dröhnt vom harten Schlag des Feuers
Während die zündelnden Flammen des Hammer Funken sprühen.

…denn dort hinter dem trüben Fenster
lauert in der grauen Dunkelheit
die bunte Tiefe meiner Fantasie!

Modern Love!

Modern Love!

Haut an Haut, der süße Duft der Lust
speist die beginnende Begierde,
Lippen finden warm und feucht zusammen.

Erregtes Fühlen bis in die Haarspitzen begleitet den Traum
von zarten Berührungen voller Leidenschaft!

Kribbelnde Hormone jagen die Gefühle
durch das WLAN des Körpers…

…und dann klingelt das Smartphone.
Smart aber ohne jede Emphatie!

Nächster Hafen

Nächster Hafen

 

Wenn die Wogen der Ideen mein Gedankenmeer mit voller Kraft durchwühlen,
Muss ich an Land, brauch festen Grund, um sie zu zähmen und mich zu entscheiden.
Es wird dann Zeit, sich auszuruhn vom harten Kampf mit seltsamsten Gefühlen,
Dann such ich mir den nächsten Hafen, nur um zu schlafen, nicht um zu bleiben!

Wenn Gedankenstürme die Gefühle mit Kraft so ganz und gar zerreißen wollen,
Brauchts mehr als nur ein Reff, den Teufel in mir wirklich zu entlarven.
Ich muss dann konsequent sortieren, den guten Dingen Achtung zollen
Und such mir dann den nächsten Hafen, nicht um zu bleiben, nur um zu schlafen.

Wenn in den Kreuzseen der Gedanken ich und ich mit voller Wucht zusammenprallen,
Weil sich das Du-ich und das Ich-Ich ständig von der falschen Seite zeigen,
Dann wird es hohe Zeit, irgendwo da weit am Horizont an Land zu fallen,
Ich suche mir den nächsten Hafen, um kurz zu schlafen aber nicht, um dort zu bleiben.

Aber dann, wenn meine Träume wie ein lauer Südwind sanfte Wogen streifen,
Und sie ’s Gedankenchaos als einen großen Sturm im Wasserglas noch nicht einmal bestrafen,
Werde ich bestimmt mit ganzer Kraft und Konzentration den richt’gen Kurs ergreifen,
Ich such mir einen sichern Hafen, um dort zu bleiben, zu träumen und auch zu schlafen.

Gelaufen…

Gelaufen…

Bin durch manchen Regen gelaufen,
War oft bis auf die Seele durchnässt,
Gefroren zu Schnee wie ein großer Haufen,
Verdampft in der Sonne dann zuletzt!

Habe manchen wilden Sturm erlebt,
Bin ihm auch oft entgegen gelaufen.
Ja, vor Angst oft bis in die Hose gebebt,
Wer will schon an Land im Trocknen ersaufen!

Die Sonne hat mir oft den Pelz verbrannt,
Es war dann zu heiß, schneller zu laufen,
Obwohl, in mir drin bin ich doch gerannt,
Das Herz wollte trinken, der Bauch nur saufen.

Gelaufen bin ich auf endlosen Straßen,
Sie führten immer irgendwo ins Nirgendwo.
Ich suchte vergeblich einen sicheren Hafen,
Aber ein Segler ankert doch sowieso.

Ans Ende der Welt bin ich nie gekommen,
Weil ich in die falsche Richtung gelaufen bin?
Nein, ein Ende gibt es nur für die Frommen,
Für Wissende macht ein Ende gar keinen Sinn!

Es sind die stummen Schreie…

Es sind die stummen Schreie…

Es sind die ganz, ganz stummen Schreie,
Die man manchmal von sich selbst vernimmt.
Sie hängen da in Deiner Seele in der allerletzten Reihe,
Sind für so lautes Reden einfach nicht bestimmt.

Sie sind oft wie einer Kerze letztes Leuchten,
Nein, noch schwächer, nur ein Glimmen noch.
Und darum kriegen sie nicht, was sie bräuchten,
Ohren müssten sehen können, sie hör’n jedoch.

Diese leisen, ja fast flüsternd stummen Schreie,
Die ganz tief in Deiner Seele niemals schweigen,
Suchen voll Verzweiflung ihren Weg ins Freie,
Um Dir, was Du jetzt wirklich brauchst, zu zeigen.

Du hörst die Schreie nicht, Du musst sie sehen,
In Deinen eignen Augen malen sie die Bilder,
Die Dich für Dich um Aufmerksamkeit anflehen,
Hilf Dir doch, sei zu dir selbst ein bisschen milder.

Deine Augen

Deine Augen

Wenn Deine Augen brennen würden,
wär‘ ich längst verbrannt.

Wenn Deine Augen tränen würden,
wär‘ ich längst ertrunken.

Wenn Deine Augen schmeicheln würden,
wär‘ ich längst dahingeschmolzen.

Wenn Deine Augen lachen würden,
ich hätt‘ mich totgelacht.

Aber Deine Augen glühen
unter der leichten Feuchte einer umgarnenden Erotik
und lassen mich vor Erwartung frieren!

…der Herr von Größenwahn

Da sitzt am Bosporus der böse Herr von Größenwahn,
Ist ganz, ganz schnell beleidigt wie ’ne Leberwurst.
Er träumt von einem Reich wie das von Dschingis Kahn,
Getrieben wird er nur von Macht- und Rachedurst.

Wird er kritisiert, fängt er an zu sabbern und zu fluchen,
Da spuckt er rum in seinem Tausendzimmerhaus,
Da kann ein jeder nur ganz schnell das Weite suchen,
Der dreht dann durch, man denkt, der vögelt glatt ’ne Maus!

Er liebt die Tiere, vor allem Schafe, mehr als Menschen,
Denn diese gehorchen einem Hammel ohne Grund,
Folter und Zensur geh’n ihm ganz leicht vom Händchen,
Ein falsches Wort, Du bist im Knast zur selben Stund!

Er mag die Tanzbär’n oder Menschen mit ’nem Nasenring,
Führt sie voll Inbrunst doch so gerne an der Nase rum.
Fairness und gar Anstand sind wirklich nicht sein Ding,
Das weiß man längst, doch geht gelassen weiter mit ihm um.

Es ist jetzt Zeit, dass man ihn in seine Schranken weist,
Den Herrn von Größenwahn in seinem Übermut.
Einer, der da handelt als sei er doch schon frühvergreist,
Tut weder seinem Volk noch dessen Nachbarn gut.

Noch eins, man macht sich nicht gemein mit den Despoten,
In keinem Fall, wenn man ein echter Demokrat sein will.
Da gibt es nichts, ja gar nichts, irgendwie noch auszuloten,
Da bezieht man Stellung und hält den Mund nicht still.

Neue Bücher

 


VK-Titel_FB etcVK-Titel_FB etc VK-Titel_FB etcWir sollen aufsteh’n
fordert Bernd Thye in seinem neusten Buch. Aufsteh’n, um was zu tun? Um aktiv zu werden, zu rebellieren, zu helfen, beizustehen, zu begleiten, nachdenklich, sportlich, fröhlich zu werden?

Die Antworten muss der Leser selbst finden, Gedankenanstöße gibt der Autor genügend. „Denk mal drüber nach“ fordert er uns immer wieder auf. Es geht um Gefühle, Sehnsüchte, Begegnungen, Liebe, Trauer, Freuden. Es geht also um alles, was das Leben eines jeden Menschen spannend und gelegentlich schwierig macht.

Da ist für jeden etwas dabei, es lohnt sich, das Buch von Bernd Thye zu lesen! Aber dafür sollte man sich doch besser wieder hinsetzen!

Ulrike Horstmann